Zuhause in der Fremde
Zuhause in der Fremde

Ausstellung -                                      ab dem 27. Juli 2014

Unsere Ideen:

Wir möchten eine Fotocollage in Form der Stadt Oldenburg ausstellen. Diese soll unsere Erlebnisse während der Projektphase dokumentieren.  Zudem soll auf einem separaten Tisch unser selbst entwickeltes Sprachen-Memory auslegt werden, sodass unsere Gäste (Ihr/Sie) aktiv werden können. Darüber hinaus wollen wir Steckbriefe, Collagen zu den jeweiligen Fotoshootings und kurze Berichte über Ilya und Kirill aushängen. Außerdem sollen die selbst erstellten Landkarten der Schüler hinter passenden Rahmen betrachtet  werden können. 

Materialliste für die Ausstellung:


- Fotocollage (ca. 1m x 1m in der Form von Oldenburg)
- Steckbriefe der Gruppenmitglieder

- Landkarten der Schüler "Mein Weg nach Deutschland/Oldenburg"
- Berichte über Iliya und Kiril

- Collagen zu den Bildern von Saleh und Milad

- Sprachen-Memory 

- Ausstellungskasten

                                                                        - Glaskasten für die Steckbriefe

                                                                         - Tisch mit 2 Stühlen

"home is where the heart is"                            (Bericht über Iliya)

Wir freuten uns sehr, als wir nach den Weihnachtsferien erfuhren, dass Team Orange um ein weiteres Mitglied anwachsen sollte. Der 11-jährige Iliya, sagte man uns, sei als Flüchtling nach Deutschland gekommen und besuche erst seit ein paar Tagen die Sprachlernklasse in Oldenburg. Er spreche noch kein deutsch und sei vorerst auf die Übersetzung von Milad angewiesen.

Neben der Vorfreude auf das Kennenlernen des Jungen, schossen uns innerhalb kürzester Zeit viele Fragen durch den Kopf: „Was mochte Iliya bereits erlebt haben?“; „Warum und wie ist Iliya nach Deutschland gekommen?“; „Wie werden wir mit ihm kommunizieren können?“; „Wird er sich in der Gruppe wohlfühlen?“;  „Wie wird er auf uns reagieren?“; „Wird er verstehen was wir innerhalb des Projektes vorhaben?“...

 

Bereits nach dem ersten Treffen stand fest, dass wir uns bezüglich der Integration von Iliya in die Gruppe keine Sorgen machen müssen. Der aufgeschlossene Junge schien keinerlei Berührungsängste zu haben und brachte sich mit viel Freude sofort in das Geschehen ein. Mit Händen und Füßen; Mimik und Gestik; Bildern und Übersetzungen und einer enormen Willenskraft gelang es dem Jungen mit uns zu kommunizieren und uns an seiner Geschichte teilhaben zu lassen.

 

Iliya kommt aus Abadan im Iran und ist mit seiner Mutter im November 2013 nach Deutschland gekommen. Im Iran wurde die Familie aufgrund ihres christlichen Glaubens verfolgt und bedroht. Mit seiner Mutter zusammen, gelang es Iliya den Iran zu verlassen - der Vater konnte nicht ausreisen und blieb im Iran.

 

Während der gemeinsamen Treffen mit den Schülern erfuhren wir viel über Iliya und erlebten ihn als einen intelligenten und fröhlichen Jungen. Mit viel Freude und Kreativität brachte er sich in die Gruppe ein und hatte schon bald Ideen für seine „Inszenierte Fotografie“. Mit einem Fußball wollte er in einer Kirche fotografiert werden. Betend dafür, glauben zu dürfen was er möchte und mit dem Wunsch einmal ein großer Fußballer zu werden.

Leider kamen wir nicht mehr dazu das Foto aufzunehmen, da Iliya mit seiner Mutter aus Sehnsucht zu dem Vater in den Osterferien in den Iran zurückgekehrt ist. Auch wenn Iliya sich in Oldenburg wohlfühlte, schien er hier schlussendlich doch nicht richtig „Zuhause“ zu sein.

 

Auch wenn Iliya nur kurze Zeit ein Mitglied von Team Orange war, erinnern wir uns gerne an die gemeinsamen Erlebnisse und hoffen, dass auch Iliya uns nicht vergisst. Für seinen weiteren Lebensweg wünschen wir Iliya alles erdenklich Gute. Wir hoffen, dass er sich auch in schwierigen Zeiten seine ausgelassene und fröhliche Art bewahren kann und gemeinsam mit seiner Familie die Chance bekommt sich irgendwo „Zuhause“ zu fühlen. 

"Zuhause ist dort, wo man sich wohlfühlt"     (Bericht über Kirill)

Nach den Osterferien gab es eine Menge Neuigkeiten und einige Änderungen in Team Orange. Iliya verließ die Sprachlernklasse um in seine Heimat zurückzukehren und konnte somit nicht weiter am Projekt teilnehmen. Allerdings kam auch ein weiterer Schüler in die Klasse. Wir freuten uns sehr als wir erfuhren, dass die Zahl der Gruppenmitglieder von Team Orange daher gleich bleiben würde. Der 12-jährige Kirill aus Russland, sollte die direkte Nachfolge von Iliya antreten und Team Orange bis zum Ende des Projekts unterstützen.

 

Auch wenn Kirill zunächst nicht so recht wusste was es mit dem gemeinsamen Treffen auf sich hatte, stieg auch er direkt in die Gruppe ein und sorgte mit seiner aufgeweckten Art für viel Gelächter. Da Kirill noch nicht viele Worte Deutsch sprach, waren wir froh darüber, dass Inessa ihn sprachlich unterstützen konnte. Anders als Iliya, schien Kirill die sprachliche Barriere stärker zu schaffen zu machen, so dass er sich häufig nicht richtig wohl fühlen konnte. In Momenten, in denen Kirill sich verstanden fühlte oder sich wie beim Fußballspielen nonverbal beweisen konnte, zeigte er sich sichtlich ausgelassen und fröhlich.

 

Leider blieb auch Kirill nicht bis zum Ende des Projekts und wechselte bereits nach wenigen Wochen an eine andere Schule. Auch Kirill wünschen wir für seine Zukunft alles Gute. Wir hoffen, dass er sich an der neuen Schule wohl fühlt, viele Freunde findet und schlussendlich die Möglichkeit hat richtig in Oldenburg anzukommen.

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