Zuhause in der Fremde
Zuhause in der Fremde

Die Projektwoche

Der Projektwoche übergeordnet steht die Erstellung eines fiktionalen Raumes in Form einer Art „Collagentheater“ bzw. einer „Dreidimensionalen Fotostory“. Die Fotografien die im Laufe der Woche entstehen, können auf unterschiedliche Weise manuell bearbeitet und zu dreidimensionalen Elementen – beispielsweise mittels Pappkarton – geformt werden. Diese Fotoelemente lassen sich somit stets neu arrangieren, sodass verschiedene Situationen bzw. Geschichten erzählt werden, welche durch die täglich hinzukommenden Elemente ergänzt bzw. umgestaltet werden können.

Tag 1
(11:00-13:10 Uhr)
Damit die SchülerInenn eine Vorstellung über den Verlauf der Projektwoche gewinnen wird ein Verlaufsplakat erstellt, welches zur Orientierung dient. Dieses ist selbstverständlichen variabel und kann Wünschen oder Gegebenheiten angepasst werden. Während der Weihnachtsferien haben Julia und Sebastian mittels einer Einwegkamera Fotos gemacht. Diese sollen gemeinsam gesichtet und erläutert werden und schließlich zu einer realen oder fiktionalen Fotostory zusammengefügt werden. Inez und Clemens haben bereits selbst eine solche Fotostory erarbeitet welche Anreiz und Motivation für das Vorhaben geben soll. Da viele der entstandenen Fotos das Zuhause bzw. die Familie von Julia und Sebastian abbilden, soll hier speziell noch einmal die Thematik „Zuhause in der Fremde“ in den Vordergrund gerückt werden. Möglicherweise können im späteren Verlauf auch Orte, an denen einzelne Fotografien entstanden sind aufgesucht werden und weitere Anregungen bilden.

Reflexion des ersten Tages:

Widererwartens war heute Hena mal wieder da, aber Sebastian nicht. Daher gingen wir nochmals gezielt auf das Vorhaben und Ziel des Projekts und auf unsere bisherigen Aktivitäten ein, so konnte sich Hena wieder gut in der Gruppe einfinden. Anhand einer Mind-Map erarbeiteten wir, was die SuS gern in ihrer Freizeit und in Oldenburg machen oder machen würden, um daraus Ideen für einen weiteren Ausflug am Donnerstag und das endgültige Foto ziehen zu können. In Bezug auf die Projektwoche äußerte Hena, dass sie gern etwas zum Thema Volleyballspielen machen würde, da sie diese Sportart früher getrieben hat. Julia hatte die Idee in den Schlossparkt zu gehen, da sie dort gern mit ihrer Familie spazieren geht. Anschließend begannen wir die Gestaltung der Fotostory. Julia erzählte auch gern zu ihren Fotos (die hauptsächlich ihre Familie abbilden) und lud uns begeistert zu sich nach Hause ein. Daraufhin wollte auch Hena ihre Eltern fragen, ob wir sie besuchen können. Während der praktischen Arbeitsphase erweiterte sie aus eigenem Interesse ihren Steckbrief.

Nachdem wir uns zu Beginn kurz auf die unerwartete Situation (Hena ist da, aber Sebastian nicht) einlassen mussten, entstand daraus ein erfolgreiches Treffen.

Tag 2
(8:40-13:10 Uhr)
Zu Beginn des zweiten Projekttages werden wir die Arbeit an der „Dreidimensionalen Fotostory“ fortsetzen. (Parallel besteht auch die Möglichkeit die Anfang Januar entstandenen Suchbilder mit Photoshop zu bearbeiten, welche auch Teil der Fotostory werden können) Während der zweiten Hälfte des Vormittages werden wir den Schulweg der SchülerInnen detektivisch untersuchen. Ausgestattet mit Overall, Kameras und Nummernschildchen werden wir anhand einer fiktiven Geschichte möglichst interessante unkonventionelle Fotografien des „Tatort Schulweg“ erstellen.
Abschießend wird das entstandene Material am Computer gesichtet und
schließlich eine Auswahl getroffen, um von dieser Abzüge für den nächsten
Projekttag herstellen zu lassen.

Reflexion des zweiten Tages:

Neben der Fortsetzung unserer „Dreidimensionalen Fotostory“ haben wir heute auch an unserem Suchbild á la „Where is Wally?“ mittels Computer und Photoshop weitergearbeitet. Der eigentliche Höhepunkt des heutigen Tages war allerdings die detektivische Untersuchung des Schulweges von Julia und Hena. Mit Schutzanzügen, Kameras und Nummernschildchen ausgerüstet sind wir – wie die Spurensicherung der Polizei – die Wege der Beiden abgelaufen. Dabei ließ sich vieles entdecken, was im alltäglichen Leben keine Beachtung findet. Seien es rätselhafte Ritzereien in Baumstämmen oder die Mehlspuren von schulinternen Geburtstagsriten. Bei Julia Zuhause angekommen hatten wir kurz die Gelegenheit ihre Mutter kennenzulernen, die uns mit Süßigkeiten versorgte. Im Garten untersuchten wir die Überreste eines geschmolzenen Schneemanns während wir aus den verschiedenen Fenstern des Hauses von Julias kleinen Schwestern akribisch beobachtet wurden.  Es gab mehr zu entdecken als erwartet. Da Hena einen relativ weiten Schulweg hat sind wir diesen nur bis zum „Lappan“ abgefahren. Dort angekommen wollte Julia uns noch eine neue Entdeckung zeigen. In einem Elektronikmarkt hatte sie ihre Begeisterung für Massagesessel entdeckt, welche wir – immer noch in unseren weißen Overalls gekleidet – ausgiebig testen. Während der Busfahrt erfuhren wir von Hena, dass ihr Vater in Italien in einem Restaurant arbeitete und dass Hena später auch gerne kellnern würde. Daher werden wir am Donnerstag versuchen Einblicke in den Alltag eines Cafe-Betriebes zu gewinnen. Inez ist bereits dabei einen Kontakt herzustellen. Die Ideen für unsere inszenierte Abschlussfotografie beginnen sich also zu mehren.

Tag 3
(8:40-13:10)
Wie jeden Tag beginnen wir mit der Ergänzung der „Dreidimensionalen
Fotostory“ durch die am Vortag entstandenen Fotografien. Möglicherweise lassen
sich bereits neue Geschichten erzählen bzw. alte ergänzen.
Für den weiteren Verlauf des Tages ist ein Treffen mit einem Oldenburger
Gitarristen geplant. Das Treffen soll in Form eines Interviews vorbereitet und
durchgeführt werden. Dabei nehmen die SchülerInnen die Rolle eines Journalisten
ein. Sebastian und Julia hatten beide im Vorfeld bereits mehrfach ihr Interesse an
der Gitarre bekundet, u.a. bei einem Ausflug in den Musikraum der Schule.
Während des Treffens werden weitere Fotografien entstehen und
wiederum unsere Fotostory erweitern.

Tag 4
In Form eines weiteren Ausflugs wollen wir versuchen speziell auf Julias und/oder Henas Interessen einzugehen.

Reflexion des vierten Tages

 

Wie jeden Tag betrachtet wir erst zusammen die Fotos vom Vortag und erweiterten damit die dreidimensionale Fotostory. Es ist auffällig, dass die SuS schon viel selbstverständlicher mit dem Medium Foto arbeiten, sich selbst ablichten lassen, Spaß am fotografieren gefunden haben und auch Motive nun gezielt auswählen. An der Fotostroy arbeiteten sie mit großer Ausdauer und es bereitete ihnen sichtlich Freude ihre eigenen Motive auszuwählen und eine individuelle Geschichte damit zu erzählen. So sind schon sehr viele Figuren und Gegenstände entstanden, mit welchen eine Vielzahl von verschiedenen Szenen inszeniert und Geschichten erzählt werden können. Auf Wunsch von Hena fuhren wir für die zweite Hälfte des Treffens in die Stadt, um ein Café zu besuchen. Zuvor hatten wir organisiert, dass sie sich dort als Kellnerin ausprobieren darf, da sie in Italien mit Leidenschaft in einem Restaurant mitgearbeitet hatte. Sie zeigte sich auch schnell recht selbstbewusst und erledigte ihre Aufgaben mit großer Präzision. Es war spannend Hena so zu erleben, weil wir sie sonst bisher als sehr schüchtern und zurückhaltend erlebt haben. Ein weiterer sehr schöner Nebeneffekt des bisherigen Projekts ist, dass sich Hena und Julia nun super verstehen und sich auch in ihrer Freizeit treffen wollen. Außerdem haben wir das Gefühl, dass in der Projektwoche einige spannende Ideen für das endgültige Foto entstanden sind und daran im weiteren Verlauf angesetzt werden kann.

Tag 5
(8:40-13:10 Uhr)
Die „Dreidimensionale Fotostory“ wird im Rahmen der Projektwoche ein letztes
Mal ergänzt. Nun werden verschiedene Geschichten und Konstellationen erforscht
bzw. ausgearbeitet und fotografisch festgehalten. An dieser Stelle wird bereits
sehr konkret auf das Ziel des Projektes – die Inszenierung einer Fotografie für
jede/n Schüler/in – hingearbeitet. Ein gemeinsames Frühstück/Mittagessen
schließt die Projektwoche.

Reflexion des fünften Tages

 

Um die Arbeit an der "Dreidimensionalen Fotostory" abzurundet, gestalteten wir aus den Figuren und Gegenständen, die über die Woche entstanden sind, verschiedene Konstellationen und hielten diese fotografisch fest. So entwickelten sich für jede/n Schüler/in eine individuelle Szene mit den für ihn/sie wichtigsten Momenten  der Projektwoche. Des Weiteren wurden hierbei die Motive für das endgültige Foto konkretisiert. Das Tolle an der "Dreidimensionalen Fotostry" ist, dass immer wieder neue Elemente dazu gebaut, andere weg gelassen oder neu inszeniert werden können.

Abschließend ließen wir die Projektwoche beim gemeinsamen Pizzaessen bei Clemens Zuhause ausklingen.

Insgesamt empfanden wir es als sehr produktiv mit den SuS eine Woche jeden Vormittag zu arbeiten und es hat uns unserem Ziel sehr viel näher gebracht.

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