Zuhause in der Fremde
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Projektwoche

 

Freitag 07.02.2014


Lernziele: Mit der Wirkung von Farbe experimentieren – welche Emotionen erzeugen Farben? Einführung in die Bildbearbeitung/Bildoptimierung mit Photoshop.


A) „Actionbodypainting“ mit Farbpigmenten

Inspiriert durch die Werbekampagne „Außenwerbung trifft jeden“ wollen wir mit den Schülern heute Fotografien erstellen, für die sie sich selbst mit Farbe in Szene setzen müssen. Dafür schlüpfen sie in Overalls, die auch die Haare verdecken. Vorher müssen sie sich jedoch überlegen, welche Farben sie benutzen wollen.

Leitfragen: Welche Farbe passt zu welchem Charakterzug von mir? In welcher Stimmung bin ich gerade oder welche Stimmung will ich darstellen? Welches „Muster“ will ich auf meinem Körper erzeugen und was will ich mit diesem ausdrücken?

Geprobt wird dann zunächst mit Mehl, da das „bewerfen“ (und treffen!) mit Pigmenten eine gewisse Herausforderung darstellt. Anschließend wird der jeweilige Schüler mit den Farben seiner Wahl in einer von ihm festgelegten Reihenfolge beworfen.

Die fertig eingefärbten Schüler werfen sich dann in unterschiedliche Posen. Es sollen Einzel- und Gruppenbilder entstehen.

 

B) Einführung in die digitale Bildbearbeitung mit Photoshop

Um nun die Bilder der Projektwoche am PC zu bearbeiten (oder zumindest damit zu beginnen), werden wir Räumlichkeiten der Uni Oldenburg nutzen. Dabei sollen zwar zunächst Möglichkeiten der Bildoptimierung (Farbkorrektur, Verbesserung/Veränderung von Kontrasten usw) im Vordergrund stehen, dennoch sollen die Schüler auch Zeit haben zu experimentieren und einzelne Tools genauer kennenzulernen, die z.B. eher für Bildmanipulation (ausschneiden, radieren usw.) geeignet sind.

Da am Ende der Woche ziemlich viele Fotos zusammen gekommen sein werden, kann im April damit fortgefahren werden.

 

 

Reflexion


Aufgrund der Wetterlage gingen wir an diesem Tag mit den beiden Schülern direkt zur Universität um dort für den ersten Teil –Farbe – das Bildhaueratelier zu nutzen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer Litfaßsäule vorbei, auf der ein Bild der Werbereihe „Außenwerbung trifft jeden“ angebracht war. Wir nutzten dies um den Schülern zu zeigen, was heute auf dem Programm stand.

Im Atelier angekommen, fertigten die beiden zunächst Skizzen an, wobei wir uns gemeinsam Fotos aus der Reihe „Außenwerbung trifft jeden“ auf dem Laptop ansahen. Die Schüler hatten die Aufgabe, eine Grundfarbe für ihr Bild auszusuchen, die zu der Emotion/Stimmung passen sollte, die sie mit ihrem Bild und auch mit ihrer Pose vermitteln wollten. Basel wählte Blau für traurig/nachdenklich. Abdullah wollte zuerst Gelb für Fröhlichkeit nehmen, entschied sich dann jedoch später für Rot. Auf der Skizze markierten sie, welche Teile des Overalls wie eingefärbt werden sollte.

Wir probten zunächst mit Mehl, das mit den Pigmenten nur leicht eingefärbt war, bis das „Wurfkonzept“ – wie viele Werfer und aus welcher Richtung – stand. Basel probierte auch aus, selbst Mehl in die Hand zu nehmen um es vor sich aufzuwirbeln. Zudem wollte er gerne Farbe im Gesicht haben, da er es auf einem Beispielfoto gesehen hatte und nach der Probephase Mehlkleckse im Gesicht hatte, was er gut fand. Wir warnten ihn zwar, dass die Farbe gerade aus den Haaren erst wieder nach dem Waschen rausgehen würde, aber das wollte er gern in Kauf nehmen. Auf den Fotos sieht es ohne Kapuze auch wirklich besser aus. Auch am Ende der Fotositzung wollte Basel nicht alle Farbreste entfernen. Stolz präsentierte er die Kleckse später seinen Mitschülern.

Bei den Fotos selbst hatten wir nur eine bedingte Anzahl an Versuchen, da die Menge an Pigmenten begrenzt war. Die Schüler hatten ebenso Spaß daran, sich gegenseitig zu bewerfen, wie auch daran, fotografiert zu werden. Abdullah fand am Ende sein, während des Shootings aus Versehen eingefärbtes Gesicht, sehr lustig. Überraschenderweise war es den beiden überhaupt nicht unangenehm derart eingefärbt worden zu sein.

Nachdem wir gemeinsam aufgeräumt und sauber gemacht hatten, gingen wir in das Media Lab des Kunstbereichs um die gerade entstandenen Fotos zu bearbeiten und den beiden Schülern eine Einführung in das Programm Photoshop zu geben. Leider hatten wir nicht mehr allzu viel Zeit, aber es reichte aus, um ein paar Bilder zu beschneiden und die Farbe zu korrigieren. Die Bilder der vorherigen Tage möchten wir in der nächsten Sitzung Ende April als Grundlage nutzen um mit Abdullah und Basel am PC Collagen zu erstellen, die als Skizze für das spätere Foto dienen sollen.

 

Donnerstag 06.02.2014

 

Da die Gruppe Lila einen Termin im Fußballstadion organisiert hat, schließen wir uns ihnen für den ersten Teil des Vormittags mit Basel und Abdullah an. Der ursprünglich geplante Tag wird auf heute und Freitag verteilt.


Lernziele: Erfahrungen mit Bewegungen und Dynamik im unbewegten Medium Fotografie sammeln sowie die sportlichen Hobbys inhaltlich bearbeiten. Mit der Wirkung Licht/Beleuchtung experimentieren – welche Emotionen erzeugt die jeweilige Lichtsituation?


A) Sportfotografie

In der Kennenlernsitzung äußerten unsere beiden Schüler, dass sie sich für Sport interessieren würden – Basel für Muskeltraining im Fitnessstudio, Abdullah für Fußball. Daher wollen wir heute dynamische Sportfotos erstellen. Dabei sollen die Schüler sich wiederum gegenseitig fotografieren. Der Fotografierte setzt sich jedoch selbst in Szene und gibt dem Fotografierenden Anweisungen. Der Fotograf soll aber durchaus auch Empfehlungen abgeben.

Dabei werden die Schüler sich unweigerlich mit verschiedenen Verschlusszeiten auseinandersetzen.

Leitfragen: Was muss ich tun, damit die sich bewegende Person scharf ist? Was möchte ich scharf/unscharf im Bild haben? Welchen Effekt haben Bewegungsunschärfen? Welchen Effekt haben unterschiedliche Positionierungen der Kamera/Perspektiven auf die Dynamik des Bildes?

 

B) Licht und Schatten

Fotografie ist eine Lichttechnologie. Daher ist es unerlässlich, sich mit dem Thema Beleuchtung auseinanderzusetzen. In einem abgedunkelten Raum sollen die Schüler daher mit mitgebrachten Lampen und einer Kamera experimentieren, welche Auswirkungen Licht und Schatten, hell und dunkel haben. Dazu sollen sie sich gegenseitig oder eine der Studierenden einleuchten bzw. in verschiedenen Lichtsettings inszenieren.

Leitfragen: Was bewirkt eine weiche oder harte Lichtkante? Wodurch werden die Konturen des Gesichtes weicher oder härter? Was bewirkt Beleuchtung von oben/unten/einer Seite/zwei Seiten? Was bewirkt viel oder wenig Licht?

Dabei sollen die Schüler auch mit Belichtungszeit der Kamera experimentieren dürfen und Erfahrungen sammeln, was z.B. eine kurze Verschlusszeit bei wenig Licht oder bei viel Licht bewirkt.

 

Reflexion

Gemeinsam fuhren wir heute mit den Gruppen Lila, Rot und Blau an der Schule los Richtung Fußballstadion. Dort angekommen, fingen die Schüler sofort an zu spielen. Zum Aufwärmen spielten wir eine Runde Fußball über den gesamten Platz, und anschließend Elfmeterschießen. Währenddessen machten wir schon einige Fotos, um diese anschließend Basel und Abdullah zu zeigen. Die Bilder nahmen wir als Ausgangspunkt, damit die beiden Jungen einmal sehen konnten was möglich ist, und wie in welcher Richtung sie noch experimentieren könnten.

Zunächst wollte Abdullah Fotos von sich machen lassen. Basel bediente währenddessen die Kamera und gab Abdullah Anweisungen. Die beiden merkten schnell, dass sie sich genau absprechen mussten, damit ein gutes Foto entsteht. Auch dass der Weg dahin sehr lang sein kann, wurde ihnen heute bewusst. Trotzdem waren beide sehr motiviert und verbesserten gegenseitig Fehler oder äußerten Änderungswünsche. Nachdem beiden ein Foto hatten, mit dem sie zufrieden waren, machten wir uns auf den Rückweg.

 

Nach einer kurzen Pause experimentierten wir gemeinsam mit der Gruppe Rot im Filmraum der Oberschule zum Thema Licht und Schatten. Wir fingen zunächst damit an, unsere Namen mit Licht „zu schreiben“ um den Schülern Möglichkeiten im Bereich der Luminographie aufzuzeigen. Sie waren sehr überrascht, da die Fotos anders aussehen, als die Bilder, die sie bisher kannten. Deswegen waren auch alle sehr engagiert bei der Sache und probierten viel aus. Durch die Experimentierphase sind auch einige der besten Bilder entstanden. Die Schüler lernten so außerdem, dass ein Foto manchmal auch länger belichtet werden muss. Anschließend beschäftigten wir uns mit Basel und Abdullah weitergehend mit verschiedenen Ausleuchtungsmöglichkeiten. Sie standen sich gegenseitig Model und konnten ausprobieren, wie Licht von verschiedenen Standorten auf einem Foto wirkt. Die dort entstandenen Fotos sollen morgen weiterbearbeitet werden und als Grundlage für die Ideenfindung für das finale Bild genutzt werden.

 

Mittwoch 05.02.2014

Lernziele: Körpergefühl und körperliche Ausdrucksmöglichkeiten erproben und erweitern, sich selbst in andere Rollen versetzen.

An diesem Tag wollen wir ins Blauschimmel-Atelier um die darstellerischen Kompetenzen der Schüler zu erweitern und ihnen dafür einen Fundus von Requisiten und Kostümen bereitzustellen. Des Weiteren schafft der Besuch des Ateliers einen Umgebungswechsel – raus aus der Schule – , von dem wir uns neue Impulse erhoffen. Besonders im Hinblick auf den ersten Teil hoffen wir, dass sich uns eine weitere Gruppe anschließt. Mehr Schüler/innen wären für die Dynamik bei den Übungen zum darstellenden Spiel und eine aufgelockerte Atmosphäre von Vorteil.

 

 

Reflexion

Heute besuchten wir mit den Gruppen BLAU, ROT und OCKER das Blauschimmel Atelier in der Klävemannstraße 16. Dort konnten wir einen großen Raum, Kostüme und Requisiten nutzen.

Zunächst wärmten sich alle mit einigen Übungen auf, die unsere Gruppe GRÜN vorbereitet hatte. Nachdem alle ihren Körper kräftig ausgeschüttelt hatten, bewegten sie sich durch den Raum und warteten auf die Anweisung des Spielleiters, wie z.B. „3 Personen, 2 Füße, keine Hand“ oder „4 Personen, 5 Füße, 4 Hände“. Blitzschnell musste man sich zusammen finden und „Twister“-artige Formationen bilden. Nach ein paar Runden ging es über in die nächsten Übungen „Freund und Feind“ (man muss versuchen so nah wie möglich an seinen ausgesuchten „Freund“ und so weit entfernt wie möglich von seinem ausgesuchten „Feind“ sein), „Gesichtsausdruck“/„Emotion weitergeben“, „Spiegelbild“ und „Standbild“ (zu Begriffen wie „Sieg“, „Baum“ oder „Kraft“ mit einer jeweils vorgegebenen Anzahl an Personen eine Standbild erstellen).

Schüler/innen wie auch Studierende waren engagiert bei der Sache und hatten Spaß. Jedoch bedurfte es gerade bei den jüngeren Schülern eines zügigen Aufgabenwechsels. Einige der älteren Schüler/innen hatten bei den Übungen „Gesichtsausdruck“/“Emotion weitergeben“ noch Hemmungen, die sie aber im Laufe des Vormittags immer mehr abbauten.

Als Abschluss des ersten Teils diente eine Übung mit Requisiten, die „Werbespot“ hieß. Jeder suchte sich ein Requisit aus einem der Kartons und hatte dann einige Minuten Zeit, sich zu überlegen, wie er bzw. sie es in einem kurzen „Werbespot“ anpreisen könnte. Das Wort „Werbung“ kannten zwar fast alle, dennoch trauten sich nicht alle ihre Werbung vorzustellen. Besonders toll war aber z.B. ein gemeinsamer „Spot“ einer Schülerin und einer Studentin, die modische Damentaschen anpriesen. Die Kombination von Schüler/in und Student/in wäre also im Falle einer Wiederholung dieser Übung eine gute Möglichkeit, die Hemmungen bei dieser Übung zu vermindern.

Den 2. Teil des Programms zum Thema „Emotion“ hatte Gruppe OCKER geplant. Wir fanden uns in Vierergruppen aus jeweils zwei Schüler/innen und Studierenden zusammen und bekamen jeweils zwei Fotos von Gesichtsausdrücken und zwei Begriffe mit Emotionen. Diese galt es in der Kleingruppe einzuüben und danach der gesamten Gruppe in Form eines Standbildes vorzustellen. Gruppe vier z.B. stellte alle Gesichtsausdrücke als Gruppe nacheinander vor, was spannend war, da etwa „Angst“ bei jedem ein bisschen anders aussah und doch zu erkennen war. Die anderen drei Gruppen hatten die Ausdrücke untereinander aufgeteilt, sodass jeder eine Emotion darstellte.

Teil 3 war von Gruppe ROT vorbereitet worden und widmete sich dem Darstellen von Filmszenen anhand von Bildkarten. Hierbei durften und sollten die Schüler/innen auch auf Kostüme und Requisiten zurückgreifen. Zunächst wurden drei Regisseur/innen ausgewählt (2 Schüler/innen, ein/e Studierende/r), die dann eine Bildkarte ziehen und je nach Bild ihre Schauspieler/innen auswählen konnten. Der Rest der Gruppe nahm als Publikum auf Stühlen Platz. Während dieser Phase bekamen wir zudem spontan Besuch von Gruppe PETROL, die sofort mit aktiv wurden.

Nacheinander und mit jeweils wechselnder Besetzung wurden Standbilder von Titanic, dem Dschungelbuch oder auch Harry Potter nachgestellt. Nachdem unsere beiden Jungs in den ersten Übungen noch eher schüchtern waren, wurden sie hier nun sehr aktiv. Basel gab gleich beim ersten Standbild einen großartigen Romeo und Abdullah brillierte unter anderem als Rafiki in einem "König der Löwen"-Standbild.

Am Ende war jede/r Schüler/in mehr als einmal Regisseur/in gewesen. Besonders nach den ersten zwei Standbildern hatten die Schüler/innen „Blut geleckt“. Manche wollten sich gar nicht wieder auf ihre Plätze setzen, sondern durchweg mitgestalten. Die Darstellung der Standbilder bedurfte zum einen Kreativität bei der Auswahl der Kostüme und Requisiten, räumlichen Vorstellungsvermögens und auch Körpergefühl. Die Regisseur/innen mussten zudem klare Anweisungen geben, wer wo zu stehen hatte, was wer tun sollte und wie man dabei gucken musste. Sowohl die Emotionsstandbilder als auch die Filmszenen-Standbilder wurden fotografiert, sodass man diese mit den Schüler/innen auch zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal angucken und reflektieren kann.

 

 

Dienstag 04.02.2014

Lernziele: Sich selbst von außen aus einer anderen Perspektive betrachten und Charaktereigenschaften mit ungewöhnlichen Materialien ausdrücken.

Heute wollen wir uns selbst darstellen ohne auf dem Bild zu sein. Der Tag steht unter dem Motto „Fooddesign – Was bin ich als …“

A) Im ersten Schritt wollen wir mit Gemüse und Obst Schnitzfiguren im Stil von Arcimboldo herstellen, mit denen wir uns selbst und was uns ausmacht darstellen wollen. Dabei sollen die Schüler frei entscheiden können, wie sie an die Aufgabe herangehen wollen.

Arbeitsauftrag: Fertigt eine Figur aus Obst und Gemüse an, die für euch und eure Fähigkeiten oder Eigenschaften steht. Überlegt dafür: Was müsst ihr dabei beachten? Welche Möglichkeiten habt ihr die verschiedenen Lebensmittel zu nutzen? Braucht ihr spezielle Werkzeuge dafür?

B) Im zweiten Teil stellt sich jede Person in Form einer Pizza dar. Gemeinsam besprechen wir welche Zutaten für die Pizza des Einzelnen gebraucht werden. Diese werden anschließend gemeinsam eingekauft. Den Pizzagrundteig bringen wir jedoch schon fertig mit. Form, Farbe und Belag können die Schüler sich aber selbst aussuchen.

Arbeitsauftrag: Schreibt auf, was ihr an dem anderen gut findet und was der Andere gut kann. Anschließend tauscht ihr die Zettel und lest eure Eigenschaften durch und überlegt, wie ihr diese auf der Pizza darstellen könnt. Überlegt: Was kann ich gut/was kann ich nicht so gut? Was mache ich gerne/nicht so gerne? Schreibt eine Liste der Zutaten, die ihr braucht.

Nach dem Einkaufen wird die Pizza dann gestaltet und gebacken. Vor dem Verzehr sollen beide Objekte, Schnitzwerk und Pizza, vor einem neutralen Hintergrund und mit optimaler Belichtung fotografiert werden.

Arbeitsauftrag: Macht ein Foto von eurem Schnitzwerk/eurer Pizza vor einem neutralen Hintergrund.

 

Reflexion

Zunächst haben wir gemeinsam verschiedene Bilder von Arcimboldo angeschaut und diese besprochen. Die beiden Jungen reagierten sehr überrascht auf diese ungewöhnliche Darstellung von Menschen. Gemeinsam klärten wir die Namen der verschiedenen Obst- und Gemüsesorten. Die Aufgabe, sich selbst im Stil Arcimboldos darzustellen, bereiteten wir mithilfe einer Lebensmitteltabelle vor. Basel und Abdullah überlegten anhand eines Profilbildes ihres Kopfes, welche Lebensmittel sie verwenden wollten. Diese trugen sie in die Liste ein und beschäftigen sich genau mit deren Eigenschaften. Diese Aufgabe diente als Vorbereitung für den zweiten Teil: „Was bin ich als Pizza?“

Vor dem Einkaufen schrieben Basel und Abdullah kurze Charakterisierungen übereinander. Anschließend tauschten sie die Zettel und entfernten die Eigenschaften, von denen sie meinten, dass sie nicht stimmen. Zum Schluss überlegten wir alle gemeinsam, wie sich die Eigenschaften auf einer Pizza darstellen lassen könnten. Abdullah wählte für seine Pizza das Thema „Smiley“, weil Basel geschrieben hatte, dass er immer lacht. Basel nannte seine Pizza „Musik“.

Anschließend gingen wir gemeinsam einkaufen. Auf dem Weg ergab sich ein schönes Gespräch, bei dem wir etwas mehr über die beiden Jungen erfahren haben. Zurück in der Schule war besonders Abdullah sehr engagiert bei der Aufgabe. Er gestaltete sein Obstprofil sogar über den ursprünglichen Plan hinaus.

Beim Pizzabacken und beim Essen erzählten die beiden Jungen ein wenig von zu Hause und was sie in ihrer Freizeit machen. Während des Gesprächs erklärten wir den beiden noch einmal was das Ziel des Projekts sein soll.

 

Montag 03.02.2014

Der erste Tag der Projektwoche soll den aktiven Auftakt zur inszenierten Fotografie darstellen. Anhand von verschiedenen Beispielfotos aus der inszenierten Fotografie sollen die Schüler eigene Ansätze/Ideen entwickeln. Im Laufe des Vormittags sollen eigene Interpretationen ausgewählter Beispiele vor einer selbstgewählten Kulissen in der Schule oder in Oldenburg entstehen. Auch sequentielle Arbeiten sollen Teil der Aufgabe sein. Basel und Abdullah sollen Fotos auswählen, die ihnen nah sind/gefallen und diese an einem geeigneten Ort nachstellen. Dabei sollen sie das Vorbild nach eigenen Vorstellungen verändern und es zu ihrem eigenen Bild machen. Die Schüler müssen also eine Paraphrase ihrer ausgewählten Bilder erschaffen, eine Art des Reanactment, bei dem sie sich selbst und ihnen wichtige Attribute in das Bild einschreiben.

Im zweiten Schritt schaffen die Schüler „Fantastische Räume“ im Miniaturformat. Mit Playmobil- und Legofiguren und –requisiten können die beiden Jungen kleine Räume nach eigenen Vorstellungen inszenieren. Als Hintergrund dienen Fotos auf einem Laptop und versch. Pappen als Untergrund. Diese „Fantastischen Räume“ werden jeweils fotografiert. Ziel dieser Übung ist es, mit einfachsten Mitteln beinahe jede mögliche Inszenierung herzustellen. Jeder erdenkliche Ort und jede Handlung kann in kürzester Zeit gebaut werden. Zudem müssen sie sich nicht selbst fotografieren, sondern können verschiedene Alter-Egos mit den Figuren erschaffen und einfach experimentieren oder „herumspinnen“, ohne dass es ihnen peinlich sein muss.

 

Reflexion

Heute hat der erste Tag der Projektwoche angefangen. Wegen einer schulinternen Veranstaltung konnten wir erst um 11 Uhr beginnen, sodass wir lediglich zwei Stunden zur Verfügung hatten. Zunächst haben wir Basel und Abdullah unseren Plan für den Vormittag vorgestellt und ihnen ein Heft gegeben, worin sie Gedanken und Eindrücke sammeln sollen, welche Orte sie mögen und wie sie sich im inszenierten Foto am Ende selbst darstellen möchten.

Daraufhin haben wir mit dem Bau einer Kulisse aus Playmobilfiguren/ -Requisiten begonnen. Die beiden Jungs sollten sich einen für sie attraktiven Hintergrund auf dem Macbook aussuchen, einen farbigen Papp-Untergrund wählen und eine Szene dazu darstellen. Dafür hatten wir eine große Auswahl an Playmobilfiguren zur Verfügung gestellt. Die beiden hatten sichtlich Spaß daran und waren dennoch höchst konzentriert. Besonders Basel ging sehr bedacht an seine Aufgabe heran und wählte bewusst bestimmte Dinge aus. Zunächst sind Kulissen in Partnerarbeit der beiden entstanden, wozu sie sich auf Nachfrage gleich eine kleine Geschichte haben einfallen lassen. Menschen gehen auf einem Stadtfest einkaufen und spazieren, ein Weihnachtsmann teilt Schokolade aus, der Polizist ist aufgrund eines Diebstahls auf der Straße. In Einzelarbeit sollten Basel und Abdullah ein wenig „herumspinnen“ und sich selbst irgendwo darstellen, wo sie gerne einmal wären. Abdullah stellte sich vor einem Palast als Präsident dar, umringt von Wachpersonal und an seiner Seite ein Hund. Basel dagegen entschied sich für eine Kulisse im Wald, um ihn herum Sonnenblumen und Tiere, in dem er auf einer Bank sitzt und nachdenkt.

Wir ließen die beiden ihre Inszenierungen selbst fotografieren und übten dabei, den Ausschnitt des Fotos genau anzupassen, sodass man den Hintergrund der Schule kaum erkennt und der Fokus allein auf der Szenerie liegt.

Im Anschluss suchten sich die Jungs jeweils ein Bild aus der Sammlung inszenierte Fotografien von Künstlern wie Jeff Wall oder Cindy Sherman aus, die wir bereits in der letzten Januar-Sitzung angesehen hatten. Das ausgewählte Foto sollten sie nun selber nachstellen und sich gegenseitig fotografieren. Hierfür fuhren wir Richtung Theater, um eine geeignete Umgebung, die in etwa der des Fotos entsprach, zu finden. Basel entschied sich dafür, sein Foto wie folgt umzusetzen: ein Mann in Denker-Pose auf einem Stein sitzend. Hierbei war wichtig, dass er den Ausdruck des Mannes gekonnt nachstellte. Abdullahs Herausforderung war nun, Basel in seiner Pose aus dem richtigen Winkel zu fotografieren, sodass eine Parallele zu dem Original entstand.

Abdullah entschied sich für ein Foto auf einer einsamen Straße, in der ein Mann auf der Straße neben einem Auto steht. Sein Rucksack ersetzte den auf dem Bild sichtbaren Koffer.

Der heutige Tag war eine tolle Erfahrung, denn es wurde noch einmal deutlich, dass die Jungs kreative Ideen und Spaß an der Umsetzung/ Darstellung von Fotografie haben.

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