Zuhause in der Fremde
Zuhause in der Fremde

Projektwoche 17.2.-20.2.2015

Tag 1: 17. Februar 2015

Gemeinsam mit den anderen Gruppen fahren wir zum IBIS e.V., um den Schülern eine Anlaufstelle, die sich für die Integration des respektvollen und gleichberechtigten Zusammenlebens aller Menschen mit ihren individuellen und kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten (http://ibis-ev.de/de/) einsetzt. Das Angebot reicht von Beratungsarbeiten z.B. für Flüchtlinge, über Sprachkurse bis hin zu dem IBIS-Café, in dem jeder/jede herzlich Willkommen ist und sich mit anderen Menschen austauschen kann.

Im Anschluss an den Besuch werden wir das Blauschimmel Atelier e. V besuchen, welches sich im selben Gebäude befindet. Hier haben wir die Möglichkeit eine kleine Führung im Atelier zu machen, einen kurzen Film über die Arbeit des Blauschimmel Ateliers zu sehen und anschließend zum Tagesthema Bildende Kunst zu arbeiten. Das Treffen ist insofern ein besonderes Treffen, als dass unsere Gruppen mit Menschen mit Beeinträchtigung zusammenarbeiten werden. Somit haben die SchülerInnen die Möglichkeit die inklusive Arbeit des Ateliers selbst mitzuerleben. Ein spannendes Projekt. 

 

Link zur Homepage von IBIS: http://ibis-ev.de/de/

 

Link zru Homepage des Blauschimmel Ateliers e.V.: http://www.blauschimmel-atelier.de/

Standort: IBIS e.V. und Blauschimmel Atelier e.V.

Reflexion

Am ersten Tag unserer Projektwoche ging es mit den anderen Gruppen zusammen ins IBIS. In einem anfänglichen Stuhlkreis wurden uns die Möglichkeiten des Ortes erklärt, was zuerst ohne Einbindung der Schüler etwas schwierig war. Schließlich wurden ihnen Fragen gestellt, wodurch sie besser mitarbeiteten und die Angebote verstanden.
Danach bekamen wir von der IBIS Mitarbeiterin noch eine Führung durch die Räumlichkeiten. Dabei hat allen besonders der interne Kindergarten gefallen. Nur einer gab überall seinen Senf dazu.

Anschließend konnten wir nicht wie geplant im Blauschimmelatelier aktiv werden, sondern es ging weiter mit theoretischen. Edda erzählte uns von einem Kunstprojekt mit Schülern und Studenten im Wattenmeer. Dieser übermäßige Gebrauch von Sprache überforderte die Schüler. Hinzu kam das nicht vorhandene Interesse an solch abstrakter Kunst. Daraus folgte, dass die Schüler sich ausklinkten und nicht mehr zuhörten. Dementsprechend fingen sie an, sich mit sich zu beschäftigten und den Vortrag zu stören. Besser lief es, als wir die Beans und uns in zwei neue Gruppen einteilten, wovon die eine für den nächsten Tag einkaufen ging und die andere in der Stadt blieb.

Die erste Gruppe fuhr also zurück zu Zimmermann und begann alles zusammen zu suchen: Farbe, Pinsel, Folie, Müllsäcke.

Alles gekauft, machten wir uns auf den Weg zurück in die Schule. Die Schüler halfen alle fleißig beim Tragen. Franek trug sogar den schweren Farbeimer den ganzen Weg alleine. Respekt!

Also kann der erste Projekttag folgendermaßen zusammengefasst werden:
Pro: gute, spontane Umplanung; Einkaufen mit den Schülern war ein Erfolg, steigerte die Vorfreude auf die nächste(n) Tag(e)

Contra: zu viel Sprache brachte Langeweile hervor
 

Tag 2: 18. Februar 2015

UND ACTION! Es wird ein bisschen wilder, denn wir wollen uns in Actionpainting probieren. Auf die Idee brachten uns Bilder, die im KLEX ausgestellt sind. Zu sehen sind großformatige Maluntergründe, mit wilden Farbklexen/-spritzern. Unsere Jungs waren davon angetan und wollten sowas auch gern mal machen. Warum nicht?! Dafür muss einiges vorbereitet werden und vor allem ein Ort gefunden werden, an dem das möglich ist. Sofern das Wetter mitspielt, kann die Aktion draußen durchgeführt werden. Falls nicht, muss Plan B her, der noch in Arbeit ist. 

Reflexion

Für diese Aktion wollten wir zusammen mit der Gruppe „Beans“ in das Bildhauer-Atelier der Uni Oldenburg. Doch da dort bereits kurzfristig eine andere Veranstaltung stattgefunden hatte, beschlossen wir, in den Fahrradkeller der Oberschule Eversten zu gehen, um dort unser Vorhaben durchzuführen.

Zunächst präparierten wir den Ort so, dass er während der Aktion möglichst wenig Farbe abbekommt. Zu diesem Zweck legten wir Malerfolie aus und behingen die Wände mit Zeitungspapier.

Nachdem die beiden Gruppen eingetroffen waren, wurden alle Teilnehmer entsprechend mit Plastiktüten eingehüllt. Denn trotz der Absprache, dass alle SuS alte Kleidung anziehen sollten, die zum Malen geeignet gewesen wären, wurde dies von vielen nicht eingehalten. Doch da wir vorsichtshalber 2 Rollen große Mülltüten besorgt hatten, waren wir darauf vorbereitet.

Nun konnte es losgehen. Wir hatten viele Materialien wie Tapeten, Abdeckfarben, Schwämme, Luftballons, Strohhalme, eine Spraydose und Äste von draußen mitgebracht, die von den SuS frei als Hilfsmittel benutzt werden konnten.

Die erste Aufgabe bestand darin, gemeinsam auf einer großen Tapete ein Gesamtkunstwerk zu entwickeln. Leider wurde hier etwas übermütig gehandelt, obwohl die Ansage gemacht wurde, dass die Farbe ausschließlich auf die Tapete aufgetragen werden sollte, die auf dem Boden ausgelegt wurde. Dementsprechend waren außerplanmäßige Reinigungsaktionen von Nöten.

Der zweite Maldurchgang lief weitaus gesitteter ab. Hier wurde die Gesamtgruppe in 2er- bis 3er-Teams  aufgeteilt, sodass auf kleineren Tapetenabschnitten gemalt werden konnte. Dieser Durchgang hat den SuS im Großen und Ganzen besser gefallen, da die freie Entfaltung der individuellen Ideen des Einzelnen besser zum Tragen kam. Außerdem konnten wir Studenten dadurch die unterschiedlichsten Herangehensweisen der SuS beobachten. Während beispielsweise Ameer mit einem Ast die Farbe schwunghaft in dünnen Fäden auf der Tapete auftrug, sah man bei Szymon, dass er sich für jeden detailliert gesetzten Pinselstrich mehr Zeit nahm.

Viele SuS machten während der Aktion Fotos und Videos, die wir in der nächsten Zeit sammeln möchten, um einen Film daraus zu drehen.

Das anschließende Aufräumen war zwar langwierig und anstrengend, doch der Fahrradkeller wurde von uns gereinigt hinterlassen.

Tag 3: 19. Februar 2015

Ab 10 Uhr steht ein Besuch bei der OT (Offenen Tür) Bloherfelde an. Was ist das? Bei der OT handelt es sich um eine Freizeit- und Begegnungsstätte, die Jugendlichen verschiedene Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bietet. Unter anderem kann hier gekocht werden, es kann gespielt werden, Theater gepielt werden, es gibt aber auch die Möglichkeit für Hausaufgabenhilfe oder Bewerbungshilfe.

Wir hoffen auf freundliche Räumlichkeiten und nettes Beisammensein. Schließlich wurden uns Waffeln versprochen.

 

Link zur Homepage der OT Bloherfelde: http://ot-bloherfelde.de/

Standort: OT Bloherfelde

Reflexion

Alle gemeinsam machten wir uns zu Fuß auf den Weg zur OT. Man sah sofort wie die Gruppen sich vermischten. Dort angekommen wurden wir von einem freundlichen Herren begrüßt, der uns die Räumlichkeiten zeigte. Und schon fingen die ersten Nörgeleien der (großen) Schüler an: Sie kennen schon alles, es ist langweilig, sie waren doch schon einmal mit Frau Albers hier. Das wussten wir natürlich nicht und angeblich würden sie lieber wieder zur Schule gehen, als sich alles ein zweites Mal anzuhören.

Besonderen Aufruhr gab es bei dem "Mädchenzimmer", zu dem Jungs scheinbar keinen Zutritt haben. Doch sie waren sehr neugierig und versuchten sich an uns vorbeizudrängeln. Verschärft wurde ihr Interesse als sie erfuhren, dass dort auch eine Playstation stand.

Nach der Führung hatten alle Zeit zur freien Verfügung und so verlief sich die Gruppe im ganzen Haus. Kaled und Szymon waren am meisten beim Kickertisch zu sehen. Kaled hatten wir zwei Tage zuvor im Bus getroffen und ihm versucht Billard zu erklären. Jetzt sprach er uns darauf an und meinte, dass er endlich weiß, was damit gemeint ist. Szymon saß zwischendurch auch mal am Computer und auf Nachfragen stellte sich heraus, dass sogar er schon Facebook hat. Ameer fragte beim OT nach dem WLAN Passwort. Er teilte uns mit, dass er mit seinem Handy die Nachrichten aus dem Irak lesen möchte. Ihn scheint die Situation in seinem Heimatland sehr zu beschäftigen. Denn er meinte, die Nachrichten seien nicht gut, es sei sehr gefährlich dort.


Schnell wurde außerdem klar, dass die Großen, nicht nur auf die Führung keine Lust hatten, sondern auch auf die Zeit zur freien Verfügung. So saßen sie auf einem Sofa an ihren Handys. Das fanden wir natürlich nicht so gut, weshalb wir uns zwischen sie saßen. Mit ihren Handys können sie auch Zuhause spielen, wenn sie alleine sind. Am Anfang löcherten wir sie teilweise mit Fragen. Jedoch baute sich irgendwann ein Gespräch auf. Sie zeigten uns Freunde auf ihren Handys (die werden sie wohl nie aus der Hand legen). Die Jungs öffneten sich und erzählten von Geschichten aus ihrer Vergangenheit oder auch nur von ihrem Hund. Die lockere Atmosphäre des OT veranlasste, dass ihre "Null-Bock-Einstellung" uns gegenüber zum ersten Mal vollständig verschwand. So mussten die Gespräche auch abrupt durch unseren Aufbruch beendet werden.

Der Rückweg war nicht so gut durchdacht, da die SuS aus der älteren Sprachlernklasse schon vom OT alleine nach Hause gehen durften, die jüngeren hingegen mussten mit uns zur Schule zurückkehren. Das verstanden diese natürlich nicht und wollten den älteren hinterhergehen bzw. in den nächsten Bus einsteigen.

Tag 4: 20. Februar 2015

Beenden werden wir die Projektwoche mit einem Besuch im Horst-Janssen-Museum. Ab 11 Uhr begrüßt uns (unsere Gruppe und The Beans) hier der freischaffende Künstler Helmut Feldmann begrüßen. 

Zuerst soll den SchülerInnen das Museum gezeigt werden, damit sie inen Eindruck von den Räumlichkeiten und der Institution Kunstmuseum bekommen. Anschließend dürfen die SuS selbst kreativ werden. Was genau geplant ist, das wissen wir auch nich nicht und lassen uns überraschen. 

Auf derHomepage des Horst Janssen Museums findet sich unter der Rubrik Schule/Kunstpädagik der Abschnitt Führung mit Praxisanteil, der eine kurze Beschreibung dessen gibt, was unseren SchülerInnen bevorsteht. 

 

Link zur Homepage der: http://www.horst-janssen-museum.de/

Standort: Horst Janssen Museum

Reflexion

Zu Beginn der Veranstaltung haben sich beide Gruppen („Die Beans“ und „Die kleine Zombietitanic“) zusammen in einen Klassenraum gesetzt und die bisher verlaufene Projektwoche resümiert. Die SuS sollten zusammenfassen, wo sie in dieser Woche bisher gewesen sind, was gemacht wurde und wie ihnen die durchgeführten Aktionen gefallen haben. Dabei kamen viele unterschiedliche Meinungen zum Ausdruck. Die einen fanden das Action-Painting am Mittwoch im Fahrradkeller der Schule am tollsten und den Aufenthalt bei Ibis am Dienstag am langweiligsten. Andere wiederum fanden toll, dass wir uns mit unserer Gruppe intensiv bei OT-Bloherfelde am Donnerstag beschäftigten. Nachdem die SuS geäußert hatten, dass sie in Zukunft keine langweiligen Stuhlkreise mehr machen möchten, so wie sie es bei Ibis erlebt hatten, stellten wir das heutige Programm vor. Bei dem Wort „Museum“ war sofort allumfassendes Raunen zu hören. Doch am Ende des Besuches sollten sie eines besseren belehrt werden.

Angekommen im Horst-Janssen-Museum, wurden wir vom kunstpädagogischen Mitarbeiter und Künstler Helmut Feldmann herumgeführt. Er erzählte uns einiges über die Biographie von Horst Janssen und seinen Bildern, die im Museum ausgestellt worden sind.  Im Anschluss der Führung kam ein praktischer Teil zum Einsatz, der unsere Gruppen ein bisschen fordern sollte. Zu diesem Anlass setzten wir uns zu einem großen Stuhlkreis zusammen, bestückten uns mit einem Bleistift, einem Klemmbrett und ein paar Blatt Papier pro Person. Die erste Aufgabe bestand darin, seinen eigenen Finger auf das erste Blatt zu zeichnen. Die besondere Schwierigkeit dabei war, dass man weder auf das Blatt noch auf die eigene Zeichnung sehen durfte.

Nun sollten sich die Anforderungen erhöhen, indem wir versuchen sollten, die ganze Hand auf die gleiche Weise, aber auf einem neuen Blatt, zu zeichnen. Die Ergebnisse, die dabei entstanden sind, waren sehr unterschiedlich und sahen interessant aus. Viele lachten und waren erstaunt darüber, dass es doch recht erkennbar war, was sie gezeichnet hatten.

Eine weitere Steigerung der bisherigen Übungen bestand nun darin, ein beliebiges Bild von Horst Janssen auszuwählen und dies auf die gleiche Weise zu zeichnen. Alle verteilten sich im Museum und hatten ca. eine viertel Stunde Zeit für das Anfertigen einer Zeichnung. Auch hier wurden die Ergebnisse verglichen und man hat fleißig geraten, um welches Bild es sich handelte.

Als letztes sollten wir ein neues Bild von Horst Janssen aussuchen und erneut abzeichnen,  aber diesmal mit der Erlaubnis, auf das Blatt zu sehen. Durch diese neue Art, mit Papier und Bleistift umzugehen, wurden die SuS damit konfrontiert, ein Objekt neu zu betrachten und Proportionen anders wahrzunehmen.

Nach diesem praktischen Teil, folgte noch ein kleiner Rundgang durch das Stadtmuseum, das sich nebenan befand. Hier sollte die Geschichte zur Entstehung und Entwicklung der Stadt Oldenburg den SuS näher gebracht werden. In jedem Raum, den wir besichtigt hatten, stand jeweils ein Miniaturmodell der Stadt Oldenburg. Sie alle umfassten die  Gründung der Stadt im 7. Jhd. und dokumentierten die Entwicklung bis zum 20. Jhd. Die meisten SuS waren sehr interessiert an diesen Modellen und konnten so erfahren, wie die ihnen bereits bekannten Orte in Oldenburg früher einmal ausgesehen haben.

Allgemein war der Besuch im Museum also sehr vielversprechend und wurde recht positiv aufgenommen.

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