Zuhause in der Fremde
Zuhause in der Fremde

Projektwoche 17.2.-20.2.2015

PROJEKTWOCHENPLANUNG

 

 

Tag 1:         DIENSTAG, 17. Februar 2015

Um zehn Uhr werden wir gemeinsam mit den anderen Gruppen den IBIS e.V. besuchen. Dieser bietet einen Ort für MigrantInnen, an welchem u.a. Sprachkurse besucht werden können, Flüchtlingsberatungen stattfinden oder auch ein Café herzlich einlädt sich zu treffen und auszutauschen.
Anschließend werden wir den SuS die Zentralbibliothek mit der neu eingerichteten Abteilung „JungLe“ zeigen. Hier gibt es nicht nur die Chance Bücher zu lesen, sondern auch Gesellschaftsspiele, Filme, Musik etc. auszuleihen.

http://ibis-ev.de/de/
http://www.oldenburg.de/microsites/bibliothek/standorte-oeffnungszeiten/zentralbibliothek.html


 

Tag 2:        MITTWOCH, 18. Februar 2015

 

Eigentlich hatten wir geplant uns sportlich zu betätigen und das Parkour Team Oldenburg zu besuchen. Da wir leider keinen Termin vereinbaren konnten, werden wir uns der Kultur widmen und im Landesmuseum für Natur und Mensch die Ausstellung "Weil wir Mädchen sind..." anschauen, in welcher das Leben von Mädchen verschiedenster Kulturen aufgezeigt wird.
Auch haben wir vor an diesem Tag einen Ordner für unsere Gruppe zu besorgen, in welchen die SuS den Ablauf unseres Projektes dokumentieren, reflektieren und kommentieren werden. Hierbei liegt die Gestaltung in der Hand der SuS.

Ebenso möchten wir ein Gruppenlogo entwickeln, von welchem wir eine Schablone anfertigen werden um Orte, welche in Zukunft besucht werden, mit Kreide zu makieren und so ein temporäres Zeichen hinterlassen.

http://www.oldenburg.de/microsites/freizeitstaetten/asp.html
http://www.oldenburg.de/microsites/freizeitstaetten/kulturzentrum.html
http://www.naturundmensch.de/



 

Tag 3:       DONNERSTAG, 19. Februar 2015

Für den Donnerstag steht ab10 Uhr ein Besuch bei der OT  (Offenen Tür) Bloherfelde an. Die OT ist eine Freizeit- und Begegnungsstätte, die Jugendlichen verschiedene Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bietet wie bspw. Kickern, Kochen, Kartenspielen, Theaterworkshops und vieles mehr.

http://ot-bloherfelde.de/

 

Tag 4:      FREITAG,  20. Februar 2015

Um unsere Projektwoche gemütlich ausklingen zu lassen werden wir zu Beginn gemeinsam in der Schule frühstücken. Hiefür machen wir am Vortag ab, wer was mitbringt.
Nach dem Frühstück werden wir unseren Ordner bearbeiten. Hier wollen wir die Fotos, die gemacht wurden einkleben und das Buch gestalten. Abschließend machen wir noch eine kleine Feedback-Runde, in der wir und die SuS die Woche reflektieren.

 

Die gesamte Woche werden wir die SuS mit einer Videokamera  begleiten und die Ereignisse durch Videos und Fotos dokumetieren.
 


 

Reflexion:

 

Dienstag, der 17.02.15

An unserem ersten Tag der Projektwoche wurden wir damit überrascht, dass es wieder neue SuS gab die den Gruppen zugeteilt wurden. Durch Erika (13 J.) sind wir jetzt zehn „Engel“. Nach der Begrüßung der SuS sind wir mit drei unserer Gruppen zu IBIS gefahren. Die SuS und wir wurden dort von drei der Mitarbeiter_innen in Empfang genommen. Gemeinsam sind wir dann in einen großen Veranstaltungsraum geführt worden, wo wir uns in einem Stuhlkreis zusammenfanden und über die Arbeit des Vereins informiert wurden. Da Ibis sich vorrangig um die Unterstützung und Beratung bei den Abläufen von Asylverfahren kümmert, was mehr die Eltern der SuS betrifft, und die SuS teilweise wenig von dem Gesagten verstanden, wurden sie schnell unruhig und wirkten gelangweilt. Die anschließende Führung durch die Räumlichkeiten lockerte die Stimmung aber wieder etwas auf, besonders die Kinderbetreuung, die die Eltern während der angebotenen Sprachkurse in Anspruch nehmen können, traf bei den Schülerinnen auf Begeisterung. Am Ende der Führung sprachen wir mit unseren SuS über das Gehörte und Gesehenen und erklärten, dass wenn es für sie vielleicht nicht so von Interesse war, sie aber ihren Eltern jetzt von dem Verein erzählen können, falls diese Unterstützung benötigen.

Nach dem Termin verabschiedeten wir uns von den anderen zwei Gruppen und gingen zur Stadtbibliothek ins PFL. Hier zeigten wir den SuS insbesondere die neue Jungendabteilung „JungLe“ die im Oktober 2014 eröffnet wurde. Wir erklärten ihnen wie sie Bücher gezielt am Computer suchen können und diese dann im Regal finden. Interessant fanden sie auch die zweisprachige Literatur, die es aber leider nicht in Kurdisch gibt, sowie die Spiele und Musik die man dort leihen kann. Gabriela erklärte dann, dass die Bibliothek in der OS Eversten von der Stadtbibliothek sei und sie mit dem Ausweis auch im PFL Bücher ausleihen kann. Nach einer kurzen gemeinsamen Orientierungsphase hatte jede/r die Möglichkeit sich in Ruhe das anzuschauen, was sie/ihn besonders interessierte. Wir besorgten in der Zwischenzeit die Formulare und informierten uns über die aktuellen Anmelde- und Ausleihbedingungen. Zum Abschluss erklärten wir den SuS diese und jeder wollte ein Formular mitnehmen, um es gemeinsam mit den Eltern auszufüllen, da diese das Formular unterschreiben müssen. Abgeben können die SuS dieses dann auch in der Schulbibliothek. Insgesamt hatten wir den Eindruck, dass wir die SuS, trotz des für sie langweilig erscheinenden Besuches bei Ibis und die dadurch bedingte unmotivierte Stimmung, für die Stadtbibliothek begeistern konnten.

Die positive Entwicklung der Gruppenzusammengehörigkeit spiegelte sich leider bei diesem Treffen nicht wieder. Die Jungs kapselten sich von Anfang an ab und ignorierten uns und die anderen. Auch in der Bibliothek verweigerten sie jede aktive Teilnahme an der Gruppenaktivität und blieben lieber unten auf dem Sofa sitzen. Schön war es dann zu sehen, dass sie, wahrscheinlich bedingt durch die Langeweile, sich doch in der Bibliothek umgeschaut haben. Sie entdeckten die Spiele für sich und spielten gemeinsam Monopoly.

Mittwoch, der 18.02.2015

 

Bevor wir das Landesmuseum für Natur und Mensch besuchten, haben wir uns im Kunstraum versammelt um ein Logo für unsere Gruppe zu entwerfen. Dieses soll dazu genutzt werden die Orte, die Wir erkunden zu markieren und um eine symbolische temporäre Spur in Oldenburg zu hinterlassen.

Nachdem den SuS der Begriff „Logo“ deutlich war und wofür wir es nutzen wollen, kamen die ersten kreativen Vorschläge von den SuS. Zu Beginn wurde ein Wappen mit einem Engel an die Tafel gemalt, woraus dann ein Wappen mit Engelsflügeln entstand. Nun war die Frage, wie wir unseren Gruppennamen mit einbringen könnten. Da kam die Idee, es wie auf einem Kennzeichen zu gestalten. „OL-9“.  Das Kennzeichen wurde ebenfalls mit Flügeln bestückt, jedoch entschieden wir uns schließlich einstimmig für das Wappen. In dieses schrieben wir dann aber auch die Abkürzung für Oldenburg, sowie eine römische Neun. Zu guter Letzt bekam das Logo noch einen Heiligenschein.

Von unserem Entwurf, fertigten wir eine Schablone an, sodass unser Logo immer Einheitlich aussieht, wenn wir es an Orten die wir besuchen hinterlassen.

Mit der Schablone in der Hand, zogen wir zum Landesmuseum. Hier schauten wir uns wie geplant die Sonderausstellung „Weil wir Mädchen sind...“ an. Die Ausstellung kam sehr gut an, wobei sie teilweise auch sehr traurige Geschichten der Mädchen erzählte und es schwierig war den SuS Verständnis für jede Station zu vermitteln, die wir uns anschauten. Dass es um schwierige Situationen von Mädchen in anderen Ländern und Kulturen ging, bspw. wurde von einem acht jährigen Mädchen aus Indien berichtet, das bereits Heiraten musste, konnten wir aber gut verdeutlichen.

Nachdem wir uns die Ausstellung gemeinsam anschauten, haben die SuS alleine die weiteren Ausstellungen des Museums erkundet. Hier gab es z.B. die Geest, das Moor, die ausgestopften Tiere, sowie ein Aquarium, für welches die SuS sich sehr begeisterten. Hiermit konnten wir den SuS ein wenig das Oldenburger Land, sowie Norddeutschland, und einen Teil derer Geschichte und Naturverhältnisse verdeutlichen und näherbringen.

Als wir das Museum verließen, wurde von den SuS unser Logo mit Kreide auf den Asphalt vor dem Museum gezeichnet. Diese Handlung soll für die Gruppe zu einem Ritual werden, mit dem Gedanken: „Diesen Ort kennen wir jetzt auch!“

 

 

Donnerstag, den 19.02.15

Die „Offene Tür“ in Bloherfelde liegt in unmittelbarer Nähe von der Oberschule Eversten, so dass alle Teams gemeinsam dorthin liefen. In der OT angekommen, machten sich die SuS eifrig daran den Billard- und Kickertische zu besetzen und die erste Runde zu spielen. Währenddessen wurden wir, Studenten_innen und Frau Akkermann, von einem Mitarbeiter der OT begrüßt und mussten leider erfahren, dass die andere Mitarbeiterin, die den Vormittag plante und begleiten wollte, krank geworden ist. Gemeinsam haben wir dann Tee und Kekse vorbereitet, an denen sich alle gern bedienen konnten. Den SuS wurden ca. 10 Minuten gegeben sich weiterhin an Billard und Kicker zu erfreuen, um dann von dem Mitarbeiter durchs Haus geführt zu werden und die OT und die Angebote dort kennenzulernen. Aufgrund der Größe der Gruppe und die dadurch aufkommende Dynamik war es während des Rundganges für manche SuS schwer den Informationen und Erklärungen des Mitarbeiters zu folgen. Trotz dieser Unruhen zeigten sich gerade die jüngeren SuS interessiert an der OT. Sie waren sogar so begeistert, dass sie nachmittags, am selben Tag, wieder kommen wollten. Auf der Internetseite, sowie auf Facebook, können die SuS immer aktuelle Informationen zu Veranstaltungen und spontanen Planungen erhalten, wie zum Beispiel wann ein Grillabend stattfindet.

Unsere Gruppe hat für den Vormittag die Aufgabe bekommen, herauszufinden, was die OT für Angebote bietet und von ihren Entdeckungen Fotos zu machen und / oder Prospekte zu sammeln. Diese Aufgabe soll den SuS dabei helfen am Freitag die OT besser zu reflektieren.
Für die restliche Zeit konnten die SuS die OT für sich selbst nochmal erkunden. Die Mädchen aus unserer Gruppe waren besonders fasziniert von dem „Mädchenraum“, der sich im oberen Bereich des Hauses befindet. Hier haben nur Mädchen Zugang und können sich z.B. „Singstar“ mit der Playstation spielen, auf der Couch chillen und / oder andere Aktivitäten machen.

Zum Schluss hat unsere Gruppe das Logo mit Kreide auf den Boden vor der OT gemalt. Ein weiterer Ort wurde erkundet und eine Spur hinterlassen.


 

Freitag, den 20.02.15

An unserem letzten Tag der Projektwoche haben wir ein gemeinsames Frühstück geplant, für das wir Studentinnen einkauften und die SuS Teller und Besteck mitbringen sollten. Das hat leider überhaupt nicht geklappt. Eine hatte tatsächlich alles dabei und zwei nur Teller. Warum die anderen nichts dabei hatten, konnten sie uns nicht erklären. Zum Glück gibt es in der Schule eine Küche und zwei Schülerinnen organisierten, mit unsere Unterstützung, die Teller und das Besteck. Die anderen deckten in der Zeit den Tisch und wir konnten anschließend in gemütlicher Runde frühstücken. Währenddessen durften die SuS abwechselnd mit dem Handy ihr Lieblingsmusik abspielen, was die Stimmung insgesamt auflockerte und die SuS ungezwungen zu reden anfingen. Ihre Deutschkenntnisse haben sich in den letzten Wochen stetig entwickelt und auch die Hemmungen zu sprechen haben die SuS teilweise schon gut ablegen können.

Nach dem Frühstück erklärten wir den SuS, dass wir mit ihnen ein Tagebuch zu unserer gemeinsamen Zeit gestalten wollen. Hierfür haben wir von jedem Tag, seit letzten Oktober, Fotos ausgedruckt. Diese klebten die SuS auf A4 Papier, gestalteten die Seiten bunt und hefteten sie in einem Ordner ab. Die SuS waren begeistert von der Idee und entwarfen sogar selbstständig ein Titelblatt. Da wir leider Probleme mit einem der SuS hatten und dadurch bedingt viel mit den Lehrerinnen im Gespräch waren, ging uns die Zeit verloren die SuS bei der Beschriftung und ihren Kommentaren und Gedanken zum jeweiligen Tag zu unterstützen. Daher haben sie nur wenige Bilder beschriftet, was wir im April, wenn das Projekt fortgesetzt wird, aber noch gemeinsam ergänzen werden. Insgesamt ist das Ergebnis aber sehr schön geworden und Erika, die erst später zur Gruppe gestoßen ist, wurde über das bisher Erlebte informiert und kann sich somit ein besseres Bild zum gesamten Projekt machen.

Allen SuS wurde heute noch einmal vor Augen geführt, was sie schon alles erlebt haben. Es entstand ein harmonisches Gruppengefühl und auch Stolz unter den SuS. Dies war ein guter Abschluss für das Wintersemester und die Projektwoche und wir freuen uns schon auf die Fortsetzung im April.

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